June 22, 2026
Host
Hallo und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Ausgabe von 'Let's talk about S..!'. Heute haben wir ein Thema auf dem Tisch, das für jeden von euch im Außendienst absolut entscheidend ist, wenn ihr in der Klinik steht. Wir schauen uns die Langzeitergebnisse der OCEAN-TAVI-Studie an, speziell bei Frauen mit kleinem Anulus. Und ich freue mich riesig, heute einen Experten an meiner Seite zu haben, der die Daten bis ins kleinste Detail seziert hat.
Guest
Vielen Dank für die Einladung. Es ist wirklich spannend, denn wir reden hier nicht nur über Ein-Jahres-Daten. Wir haben jetzt einen Blick auf ganze sieben Jahre nach dem Eingriff. Das ist eine Ewigkeit in der TAVI-Welt und gibt uns eine völlig neue Argumentationsgrundlage, besonders wenn es um die Vorteile der selbstexpandierenden Klappen, also der SEVs, geht.
Host
Absolut. Sieben Jahre sind eine Ansage. Bevor wir tief in die Zahlen eintauchen: Warum ist gerade die Patientengruppe der Frauen so wichtig für uns? In der Studie hatten ja fast 88 Prozent einen kleinen Aortenanulus, also einen SAA. Warum ist das für die Wahl der Klappe so ein kritischer Punkt?
Guest
Das ist der Kern der Sache. Frauen haben anatomisch bedingt oft engere Verhältnisse. Wenn man in einen kleinen Anulus eine Klappe setzt, ist das Risiko für ein sogenanntes Prosthesis-Patient-Mismatch, also PPM, viel höher. Man will ja eine Klappe, die den Blutfluss so wenig wie möglich behindert. Und genau hier kommen die SEVs ins Spiel. Durch ihr supra-annuläres Design bieten sie einfach physikalische Vorteile, die eine ballonexpandierbare Klappe in diesem engen Raum oft nicht erreichen kann.
Host
Das ist ein super Stichwort für den Außendienst: 'Physikalische Vorteile durch Design'. Die Studie zeigt das ja auch schwarz auf weiß bei der Hämodynamik. Die SEVs hatten über den gesamten Zeitraum von sieben Jahren eine größere effektive Öffnungsfläche, also die EOA, und niedrigere Druckgradienten. Das ist doch ein echtes Pfund für das Gespräch mit dem Kardiologen, oder?
Guest
Und wie! Das Beeindruckende an den OCEAN-TAVI-Daten ist die Konstanz. Oft sieht man nach ein paar Jahren eine Verschlechterung, aber hier blieb der Vorteil der SEV bei der EOA und dem mittleren Druckgradienten über die vollen sieben Jahre stabil. Wenn wir dem Arzt sagen können: 'Ihre Patientin profitiert nicht nur heute, sondern auch noch in sieben Jahren von einer besseren Hämodynamik', dann ist das ein unschlagbares Argument für die Selbstexpandierenden.
Host
Jetzt muss ich aber mal den Advocatus Diaboli spielen. Wenn ich mir die Propensity-Score-Matching-Analyse ansehe, dann gab es da einen Punkt, der auf den ersten Blick irritiert: Die Gesamtmortalität und die Schlaganfallrate schienen in der gematchten Gruppe bei den ballonexpandierbaren Klappen niedriger zu sein. Wie erklärst du das einem Kunden, der genau diese Grafik im JACC Asia Paper aufschlägt?
Guest
Das ist eine sehr wichtige Frage. Man muss hier genau hinschauen: Das Propensity-Matching kann zwar vieles ausgleichen, aber eben nicht alles. Die Autoren der Studie sagen selbst, dass die SEVs oft bei Patienten mit schwierigerem Gefäßzugang oder stärkerer Verkalkung eingesetzt wurden. Das ist ein klassischer Selektionsbias. Viel entscheidender ist aber die multivariable Analyse am Ende der Studie.
Host
Und was genau kam bei dieser multivariablen Analyse heraus? Das ist ja oft der Teil, den man im schnellen Call überliest.
Guest
Dort wurde klar: Der Klappentyp an sich war kein unabhängiger Prädiktor für die Sterblichkeit. Viel wichtiger waren Faktoren wie das Alter, die Gebrechlichkeit oder Vorhofflimmern. Das bedeutet für uns: Die SEV ist klinisch absolut sicher und bietet gleichzeitig die überlegene Hämodynamik. Wir müssen den Fokus darauf legen, dass die hämodynamische Überlegenheit der SEV gerade bei Frauen mit kleinem Anulus ein langfristiger Gewinn für die Lebensqualität ist.
Host
Verstehe. Es ist also ein bisschen so, als würde man einem Auto die Schuld an einem Unfall geben, obwohl die Straße vereist war und der Fahrer müde. Die Klappe ist top, aber die Patientenprofile bei SEV waren einfach komplexer. Aber lass uns nochmal auf das Thema PPM zurückkommen. In der Studie war schweres PPM insgesamt selten, aber wenn es auftrat, war es ein unabhängiger Vorhersagefaktor für eine schlechtere Prognose. Das spielt uns doch in die Karten, oder?
Guest
Ganz genau. Auch wenn schweres PPM in dieser speziellen japanischen Kohorte mit kleineren Körperoberflächen seltener war als im Westen, bleibt das Risiko real. Wenn ein PPM auftritt, sinkt die Überlebenschance. Da die SEV nachweislich größere Öffnungsflächen bietet, minimieren wir mit ihr aktiv dieses Risiko. Für den Außendienst bedeutet das: 'Sicherheit durch bessere Strömungswerte'.
Host
Ein weiterer Punkt, der oft diskutiert wird, ist das paravalvuläre Leck, also PVL. Die Studie sagt, dass BEVs direkt nach dem Eingriff weniger Lecks hatten, aber dieser Unterschied über die Zeit verschwand. Wie interpretierst du das für unsere Strategie?
Guest
Das ist ein faszinierendes Ergebnis. Ja, initial haben ballonexpandierbare Klappen oft einen Vorteil bei der Abdichtung. Aber nach einem Jahr und darüber hinaus gab es keinen signifikanten Unterschied mehr zwischen den Gruppen. Das zeigt, dass die SEVs sich über die Zeit exzellent in den Anulus einbetten. Wir müssen also keine Angst vor Langzeit-Lecks haben, gewinnen aber die dauerhaft bessere Hämodynamik.
Host
Wenn du jetzt morgen mit einem Kardiologen im Katheterlabor stehst und ihr über eine Patientin mit einem Anulus von unter 430 Quadratmillimetern sprecht – was ist dein 'Killer-Argument' aus dieser Studie?
Guest
Mein Argument wäre: 'Herr Doktor, wir haben hier Daten über sieben Jahre, die zeigen, dass wir bei dieser Patientin mit einer selbstexpandierenden Klappe eine signifikant bessere Hämodynamik erzielen, ohne Kompromisse bei der langfristigen Sicherheit einzugehen. Besonders bei Frauen mit kleinem Anulus ist die SEV die logische Wahl, um ein PPM zu vermeiden und die Klappenfunktion über fast ein Jahrzehnt stabil zu halten.'
Host
Das sitzt. Ich finde es auch wichtig zu betonen, dass die Studie zeigt, dass beide Klappentypen akzeptabel sind, aber die SEV eben diesen hämodynamischen 'Edge' hat. Es geht um die maßgeschneiderte Therapie. Wenn ich weiß, dass die Patientin ein hohes Risiko für PPM hat, ist die SEV eigentlich alternativlos.
Guest
Richtig. Und man darf nicht vergessen: Die Studie untersuchte teilweise noch ältere Klappengenerationen. Die neuesten SEV-Modelle, die wir heute im Portfolio haben, sind ja noch einmal deutlich verbessert in Sachen Platzierung und Abdichtung. Wenn die alten Modelle schon so gute 7-Jahres-Daten liefern, können wir mit den neuen noch viel selbstbewusster auftreten.
Host
Ein hervorragendes Schlusswort. Leute, nutzt diese Daten! Sie geben euch die wissenschaftliche Rückendeckung, die ihr braucht. Die OCEAN-TAVI-Studie ist ein echtes Geschenk für die Argumentation bei weiblichen Patienten. Vielen Dank für diese tiefen Einblicke!
Guest
Immer gerne. Viel Erfolg euch allen da draußen bei den nächsten Gesprächen. Zeigt ihnen, warum 'S' den Unterschied macht!
Host
Das war's für heute bei 'Let's talk about S..!'. Teilt diese Folge, nutzt die Infos in euren Emails und wir hören uns beim nächsten Mal. Macht's gut!